Buch- und Kalenderprojekt

Titelblatt-Starke-FrauenAktuell arbeite ich zusammen mit dem Autor Roland Blümel an einem Bildband, mit dem Titel:Starke Frauen“. Passend dazu wird es auch ein Kalender „Starke Frauen 2018“ geben,mit den gemalten Portraits der Frauen und kurzen Texten, was die Frauen auszeichnet.

Das Buch beinhaltet von mir gemalte Aquarell-Portraits und Informationen zu den Frauen. Es handelt sich um Frauen, aus verschiedenen Ländern und Kontinenten, die heute leben und sich in eine der folgenden Kategorien besonders hervortun:

  •         Frauen die Karriere gemacht haben
  •         Frauen die kreativ sind
  •         Frauen die sich „kümmern“.

Es ist geplant das Buch im 1. Quartal 2018 zu veröffentlichen.

Der Kalender wird im Dezember 2017 verfügbar sein.

Ich interessiere mich für:



Hier ein Ausschnitt aus einem der Kapitel:

Karin’s Faszination ein Gesicht zu malen

In der Kunst steht das Bildnis des Menschen seit jeher im Spannungsverhältnis zwischen der reinen Naturnachahmung und der Abstraktion eines Modells. Das Wort Porträt kommt aus dem lateinischen protrahere, was bedeute „hervorziehen“, „ans Licht bringen“.

Gesichter von Menschen zu malen ist nicht einfach. Während meines ersten Kursus: „Porträt-Malerei“, sagte mir die Dozentin immer wieder ich solle auf Schatten achten. Ich tat mich damit schwer. Es bedarf viel Übung um in Gesichtern lesen zu können. Heute sehe ich, beim Betrachten von Gesichtern,  immer sofort Besonderheiten, zum Beispiel die Form der Nase, der Augenbrauen oder der Ohren. Ich kann nicht mehr einfach nur so ein Gesicht anschauen. Immer bin ich schon dabei die Verteilung von hell und dunkel zu sehen und die besonderen Merkmale zu erkennen. Es ist faszinierend sich mit Gesichtern zu beschäftigen und die Menschen differenzierter anzuschauen. Beim Betrachten eines Gesichtes stellt sich bei mir immer auch ein innerer Dialog ein. Jeder Mensch ist ein Geheimnis. Es bedarf viel Offenheit gegenüber der Person, um letztendlich die Feinheiten im Gesicht zu erkennen, die zu einer wirklichen Ähnlichkeit führen. Das Malen eines Gesichtes ist wie eine stille Kommunikation mit der Person.

Von jeder Frau, die in diesem Buch porträtiert ist, habe ich mir sehr viele Fotos angeschaut und mir dann ein Design für mein Portrait überlegt. Ich bestimme die Farben, die Assessors im Hintergrund den Ausschnitt. Natürlich ist auch dieser Prozess abhängig von meiner eigenen Gemütsverfassung und wie ich zu der Frau stehe, die ich malen möchte. Es gehört viel Intuition dazu und doch handelt es sich bei diesen Bildern natürlich um von mir inszenierte Darstellung der Portraitierten. Viele der Frauen kenne ich persönlich, was es einfacher macht, die Frau zu malen. Über die anderen habe ich viel gelesen und ihre Gesichter haben mir beim Malen viel erzählt.

Die Porträts der Frauen mit Aquarell und nicht mit Acryl zu malen war eine bewusste Entscheidung. Das Aquarell Malen hat für mich etwas Meditatives. Im Gegensatz zum Malen mit  Acryl, was ich als Krafteinsatz empfinde. Gesichter in Aquarell zu malen, bedeutet für mich nicht das abbilden des Gesichts, wie ich es auf dem Foto sehe, sondern es hat etwas von Eindringen in das Gesicht. Jedes Detail will ich verstehen und muss ich anschauen. Aquarell ist sehr emotional, weil sich nicht alles kontrollieren oder korrigieren lässt.

Bei einer Vernissage, einer Ausstellung von Caroline Beyer, im Kloster Nütschau, hat Erzbischof  Werner  Thissen folgendes gesagt, das mich sehr beeindruckt hat: „In der Bibel in Psalm 144 steht: „Was ist der Mensch, das du Gott an ihn denkst?“ –  Jedes Portrait kann Antwort auf diese Frage geben. „

Seine Eröffnungsrede hat er dann beendet mit dem Satz: „Nur wer liebevoll mit der Kunst umgeht, kann etwas bewegen“.

Ich hoffe, dass es mir gelingt im Leser und Betrachter der Portraits etwas zu bewegen, denn ich weiß, dass ich liebevoll mit jedem einzelnen Gesicht umgegangen bin.